„Ich wollte nicht noch mehr Wissen … ich wollte etwas anderes.“
Heute möchte ich euch etwas erzählen. Darüber, wie Authentic Parenting und der FamilienZeitRaum entstanden sind …
Vor vielen Jahren stand ich voller Vorfreude auf mein Mamasein in einer großen Buchhandlung in Wien.
Ich suchte DAS Buch. Das Buch, das mir all meine Fragen beantworten würde. Das Buch, das mich durch diese neue, unbekannte Zeit begleiten würde.
Damals wusste ich noch nicht, wonach ich wirklich suchte. Mir wurde nur schnell klar, dass ich es in den Regalen nicht fand. Es gab unzählige Bücher.
Bücher über Schwangerschaft.
Bücher über Babys.
Bücher über Schlaf.
Über Stillen.
Über Erziehung.
Über Entwicklung.
Über all das theoretische Wissen, das man sich nur vorstellen konnte.
Doch genau das war es eben nicht, was ich suchte. Denn ich wollte nicht noch mehr Wissen. Davon gab es schon genug. Auch in mir.
Ich wollte etwas anderes. Ich suchte nach einem Buch, das mich an die Hand nimmt. Das mir sagt.
„Alles ist gut.“
„Du darfst deinem Gefühl vertrauen.“
„Nicht alles muss perfekt sein.“
„Du wächst genauso in deine Rolle hinein wie dein Kind.“
Ich suchte nach etwas, das mich nicht belehrt, sondern begleitet.
Doch dieses Buch gab es nicht.
Jahre später, als Mama von mittlerweile drei Kindern und um unzählige Erfahrungen reicher, erinnerte ich mich plötzlich wieder daran. An diese erste Zeit und meine Suche nach etwas, das es nicht gegeben hatte.
Mit jedem kleinen Wesen hatte ich dazu gelernt.
Nicht aus Büchern. Sondern aus dem Leben.
Aus unzähligen wunderschönen Momenten.
Aus Herausforderungen.
Aus Zweifeln.
Aus Fehlern.
Aus Vertrauen.
Mein Blick hatte sich verändert. Und aus der Erinnerung an meine Suche, keimte die Idee für mein HEUTE. Für Authentic Parenting und den FamilienZeitRaum und all das, was ich lebe.
Heute weiß ich, dass ich damals gar kein Buch gesucht habe.
Ich habe nach einem Gefühl gesucht. Nach Vertrauen. Und nach jemanden an meiner Seite, der mich nicht mit noch mehr Wissen überhäuft, sondern mir genau dieses Gefühl gibt.
„Du bist nicht allein.“
„Du machst das gut.“
„Vertrau dir.“
„Es ist okay“
Ich habe letztendlich nach einer älteren, erfahrenen Frau gesucht, die nicht behauptet, den richtigen Weg zu kennen, sondern mich darin bestärkt, meinen eigenen zu finden. Die mir nicht sagt, dass meine Zweifel oder auch Fehler falsch seien, sondern mir zeigt, was ich daraus lernen kann.
Die mich hält, wenn es schwierig wird und mit mir lacht, wenn die Erkenntnis kommt.
Genau diese Begleitung habe ich damals nicht gefunden. Und genau deshalb, ist viele Jahre später meine Arbeit entstanden. Ich wollte genau DAS sein, was ich damals gesucht und nicht gefunden hatte. Für Familien, die am Weg sind.
Wenn ich heute auf all das blicke, was in den letzten Jahren gewachsen ist – den Monatsraum, die Impulsräume, die Eltern-Kraft-Pakete, die Leuchtturmbegleitungen, die Weiterbildung und nun auch den Jahresraum für Familien im freien Bildungsweg, dann erkenne ich, dass sie alle aus derselben Sehnsucht entstanden sind.
Nicht aus dem Wunsch heraus, Wissen weiterzugeben.
Sondern aus dem Wunsch, Eltern zu begleiten.
Denn immer wieder stelle ich mir dieselbe Frage:
**Wer begleitet eigentlich die Eltern? GANZHEITLICH. MENSCHLICH. IN BEZIEHUNG. **
Wir sprechen so viel über Kinder.
Über ihre Entwicklung.
Über ihre Bedürfnisse.
Über ihre Bildung.
Über ihre Gefühle.
Und das ist wichtig.
Aber wer stärkt die Menschen, die jeden Tag an der Seite dieser Kinder stehen?
Wer hört zu, wenn Eltern zweifeln?
Wer macht ihnen Mut, wenn sie ihren Weg hinterfragen?
Wer erinnert sie daran, dass sie nicht perfekt sein müssen?
Wer öffnet mit ihnen Türen, verändert die Perspektive, entdeckt die spielerische Leichtigkeit des Elternseins?
Ich bin überzeugt davon, dass wir heute nicht noch mehr Wissen, nicht noch mehr Kursangebote, nicht noch mehr Input benötigen, … sondern Räume, die ER-lauben. Die den Blick auf das GANZE öffnen.
Und genau das brauchen Eltern heute.
Nicht noch mehr Ratschläge.
Nicht noch mehr Wissen.
Sondern einen Ort, an dem sie mit all ihren Fragen willkommen sind.
Einen Raum, in dem sie sich gesehen fühlen.
Einen Menschen, der sagt:
„Ich kenne diesen Weg.“
*“Ich kenne die Momente der Zweifel, der Ängste, der Herausforderungen“ *
„Du musst ihn nicht alleine gehen.“
Genau DAS ist der rote Faden, der sich durch all meine Angebote zieht und sie verbindet.
Den Monatsraum, die Impulsräume, die Eltern-Kraft-Pakete, die Leuchtturmbegleitung und Weiterbildung und letztendlich auch den Jahresraum.
Sie alle verbindet nicht das WISSEN.
Sondern die Haltung.
Die Haltung, dass Eltern Begleitung verdienen, die sie sieht.
Begleitung, in der sie wachsen dürfen, zweifeln und ihren eigenen Weg finden dürfen.
Eine Haltung, die nicht von ihnen erwartet, alles schon zu wissen, sondern sie auffängt und ihnen zeigt, dass sie bei sich beginnen dürfen.
Dass sie ihren eigenen Weg finden dürfen. Und vor allem auch, dass sie ihn nicht alleine gehen müssen.
Weil kleine und junge Menschen, keine perfekten Eltern brauchen.
Sondern Eltern, die sich selbst wieder vertrauen.
Und wenn ich mit meiner Arbeit einen kleinen Beitrag dazu leisten darf, dann ist genau das das größte Geschenk – für mich und hoffentlich auch für die Familien, die ich begleiten darf. 💛


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