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TEAMARBEIT

Wege und Lösungen für ein achtsames Familienleben

TEAMARBEIT

„Wie schafft ihr das?“

Gestern war sie mal wieder da.

DIE Frage der Fragen, die uns hier oft gestellt wird, wenn das Thema auf unser Leben als Großfamilie fällt. So oft, dass ich es schon gar nicht mehr zählen kann. Und so verständlich, wie nur irgendwas. Denn wie um alles in der Welt macht man das wirklich?
Mit ganz praktischem Hintergrund und etwas ausführlicher als auf unseren Social Media Kanälen möchte ich heute auf genau diese Frage wieder einmal eingehen.

Viel, ist einfach viel. ABER …

Um ehrlich zu sein – als so richtig groß empfinden wir selbst uns gar nicht. Irgendwie wächst man da hinein, in dieses Großfamiliendasein und das VIEL das damit einhergeht.
Aber eines lässt sich natürlich nicht leugnen: Je mehr Menschen auf einem Haufen beisammen leben, desto mehr fällt natürlich an. Mehr Kleidung, mehr Essen, mehr Lärm, mehr Geschirr, mehr Schuhe, mehr Bedürfnisse, mehr Termine, …
Umso wichtiger wird es, nicht nur den Überblick zu behalten, sondern vor allem auch gut zu planen und zu organisieren. Der Familienkalender ist im Grunde eines der wichtigsten Utensilien hier im Haus und äußerst hilfreich wenn es darum geht, alles was in einer Woche wichtig ist, im Blick zu haben und vor allem auch zu behalten. Nicht zuletzt die Tage, die ruhiger sind, weil wir sie ganz bewusst frei lassen und dadurch Raum für intensive Familienzeit schaffen. Wertvolle AUSZEIT-TAGE sozusagen, mit denen wir Balance halten. 
Doch um die soll es hier und heute gar nicht gehen. Wer von euch regelmäßig unseren Kanal auf Telegram besucht oder uns auf Facebook oder Instagram folgt, der wird darüber wahrscheinlich schon zur Genüge von mir gelesen haben.


Nein, heute geht es hier um etwas ganz Anderes. Den Alltag. Und um das VIEL, das im Endeffekt gar nicht so viel ist, wenn alle zusammenhelfen.

Als Eltern, mitten im lebendig, chaotischen Alltag mit heranwachsenden, neugierigen, quirligen, jungen Menschen haben wir gelernt – in teils doch recht herausfordernden und schmerzhaften Lernprozessen – Familie nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis als Team zu begreifen. Und daraus resultierend nicht alles, automatisch zu übernehmen, was zu tun ist, sondern die Kinder ganz selbstverständlich einzubeziehen. In das Tun, das (ER)Schaffen, den Alltag, die kleinen und etwas größeren Notwendigkeiten. Aber auch den Raum zu öffnen. Für sie und ihr essentielles Bedürfnis Teil des GANZEN zu sein.

Denn ein Team zu sein, heißt letztendlich nicht nur im äußeren Erscheinen als solches Aufzutreten – während es im Innen ganz anders läuft, sondern auch als TEAM zu wirken. Als eben dieses GANZE, als welches Kinder Familie wahrnehmen (wollen und müssen). In der Kommunikation auf Augenhöhe, in der Wertschätzung jedem einzelnen gegenüber und im Miteinander statt im Gegeneinander.
Oder gar im „einer oder zwei machen ALLES für die anderen“ Modus, in dem Eltern zu Dienern ihrer Kinder mutieren, während diese auf einen Thron gesetzt und zum NICHTSTUN verdammt werden. 
Was das für die Eltern-Kind-Beziehung bedeutet ist nicht nur immer und immer wieder Thema unserer Gruppen, Seminare und Workshops, sondern wurde auch hier im Blog bereits einige Male angeschnitten. Und nein, mit bedürfnisorientierter Begleitung oder Freiheit und Selbstbestimmung hat dieses „ALLES“ das für die Kinder gemacht und ihnen abgenommen wird, absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Letztendlich werden hier nämlich gleich mehrere grundlegende Bedürfnisse junger Menschen missachtet. Beispielsweise das Bedürfnis im sicheren (Übungs)FELD der Familie auszuprobieren und zu üben, was später – im erwachsenen Leben – an Fertigkeiten gebraucht wird. Oder auch das Bedürfnis danach, nach und nach Verantwortung zu übernehmen. Nicht zuletzt das Bedürfnis danach, VORBILDER beobachten und erleben zu können, die das ER-WACHSEN sein erstrebenswert erscheinen lassen und natürlich auch das Bedürfnis Teil des oben erwähnten GANZEN zu sein. Aber zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrags – der Teamarbeit.

Als TEAM wirken …
… heißt, in erster Linie auch, jedes Familienmitglied als wichtigen und wertvollen Teil des Teams wahrzunehmen und dementsprechend in das Alltagsgeschehen einzubinden.
Mit einer großen Portion Selbstverständlichkeit. Ohne Bitten und Betteln, ohne Druck und Drohung und schon gar nicht in Form einer Erziehungsmaßnahme, nach dem „wenn du nicht mithilfst dann …“ oder einem ähnlichen Motto.

Sondern auf Augenhöhe und voller Selbstverständlichkeit.
Und genau an diesem Punkt, beginnt es für uns Erwachsene herausfordernd zu werden.
Denn: Was bedeutet dieses SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT eigentlich?
Und ist es nicht normal, dass Kinder nicht mithelfen (wollen)?
Dass sie keine Lust dazu haben?
Dass sie sich quer stellen, wir irgendwann die ewigen Diskussionen leid sind und es einfach selbst machen?

Ist es nicht normal, dass wir als Eltern da einfach durch müssen – so anstrengend es ist?
Und dass es manchmal ohne gewisse Maßnahmen oder Konsequenzen gar nicht gehen würde?

JA und NEIN
„Normal“  – im Sinne von natürlich –  ist, dass gerade Kleinkinder unglaublich gerne mithelfen. „Normal“ ist auch, dass Haushalts- und alltägliche Erledigungen älteren Kindern manchmal einfach keinen Spaß machen. Ist ja bei uns Erwachsenen nicht anders. Zu behaupten, dass uns Haushaltserledigungen immer und 100%ig Spaß machen und wir diese permanent mit einem Lächeln und voller Leichtigkeit erledigen wäre gelogen.
Und „normal“ ist auch, dass nicht immer alles gleich und auf der Stelle erledigt wird und manches einfach länger dauert, weil junge Menschen da mitunter ein ganz anderes Verständnis von Dringlichkeit haben als wir Erwachsenen. Was – am Rande erwähnt – gleichermaßen bedeutet, dass wir – als Erwachsene – hier ein unglaublich großartiges und großes Lernfeld betreten und darin lernen dürfen. Vor allem, was die klare Kommunikation betrifft.
Anerzogen oder auch antrainiert aber sind diese absolute Unlust und das Desinteresse in Bezug auf das Alltagsgeschehen, das von Eltern so oft kundgetan wird. Diese fehlende Bereitschaft der jungen Menschen, Verantwortung für sich selbst, ihre Sachen und ihr TEIL – sein einer Familie zu übernehmen. Denn dieses Verhalten steht im absoluten Widerspruch zum eigentlichen Streben junger Menschen nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit und ist keineswegs angeboren oder „normal“ im Sinne von natürlich, sondern antrainiert, durch fortwährende Bedienung und fehlenden Möglichkeiten – mehr oder weniger von Beginn an- , ausprobieren und mitwirken zu dürfen im FAMILIENTEAM.
Und woher sollen junge Menschen dieses TEAM sein verstehen, wenn sie zu einem sehr frühen Zeitpunkt eigentlich von den Menschen ausgeschlossen werden (um es mal grob auszudrücken) die sie eigentlich mit einbeziehen sollten, in das Alltagsgeschehen. So anstrengend das manchmal ist.

TEAMFÄHIG
Ja, dieses Fertigkeit braucht es auch als Eltern, in der Führung einer Familie. Und auch, wenn den einen oder anderen das Wort Führung irritieren wird, braucht es genau das. Die Führung. Dieses natürliche und selbstverständliche Übernehmen unserer Position und Verantwortung als ÄLTERE und ELTERN, im Familiengefüge. Und es liegt bei uns, in eben dieser Verantwortung, unseren Kindern ein Gefühl von Zusammenhalt und Miteinander zu vermitteln. Indem wir einerseits den Raum öffnen und Mithelfen ermöglichen und andererseits aktiv dazu einladen, mitzuwirken. Was wiederrum die klare Kommunikation und ein z.B. „Du kannst schon den Tisch decken / deine Schuhe herrichten / das Gemüse holen / den Müll rausbringen / etc. “ braucht, statt die Meckerei darüber, dass man alles alleine machen muss oder eine nörgelnde Bettelei, dass doch endlich einmal jemand mithelfen könnte.
Als Team im Familiengefüge zu wirken heißt, jeden einzelnen in seinem SEIN, seinem KÖNNEN und seinen FÄHIGKEITEN wahrzunehmen und wert zu schätzen. Es heißt aber auch, als Eltern unseren Bedienungsmodus zu verlassen, in dem Bewusstsein, dass Kinder nicht nur gerne Teil des Teams sind, sondern im Grunde auch gerne mithelfen.

Wenn sie es von Beginn an dürfen.
Wenn wir es ihnen zutrauen.
Wenn wir uns zurückhalten.
Und wenn wir den Raum öffnen.

In einer selbstverständlichen HALTUNG dem kleinen Menschen und seinem Bedürfnis gegenüber Teil des Ganzen zu sein.

Und ja natürlich werden wir von einem 4jährigen jungen Menschen nicht erwarten, das gesamte Mittagessen zu kochen, die Wäsche einzuschalten oder aufzuhängen oder das Badezimmer zu putzen. Aber wir können es miteinander machen. Und wir können kleine Botengänge in Auftrag geben oder auch die Kleinen auch mal den Abwasch erledigen lassen. Auch, wenn es mitunter ewig dauert, weil das Spiel, das daraus wird so spannend ist.
Aber dafür macht man ihn nicht selbst. Und dafür hat man Zeit andere Dinge zu machen oder sich einfach auch mal 5 Minuten ICH-ZEIT und Auszeit zu gönnen.

Mehr zum Thema findet ihr auch auf unsere Telegram Kanal in den zahlreichen Audios, Impulsen und Botschaften rund um achtsames Familienleben und authentisches Elternsein.

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