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Wenn „ALLES“ nicht genug ist …

Wege und Lösungen für ein achtsames Familienleben

Wenn „ALLES“ nicht genug ist …

weil das Wichtigste fehlt.

Da tu ich alles für mein Kind und trotzdem … Trotzdem ist es unzufrieden? Hört nicht? Will nicht oder will mal das eine und im nächsten Augenblick das andere?
Geht es euch manchmal so? Dass ihr keine Ahnung mehr habt, was ihr noch alles tun könnt, damit dieser wunderbare kleine Mensch endlich einmal nicht sofort zu schreien beginnt? Oder zu weinen? Damit die Situation endlich einmal nicht eskaliert?

ALLES, dieses kleine, und doch so mächtige Wort. Dieses „ALLES“ das Eltern so gerne tun für ihr Kind. Diese sprichwörtliche Aufopferung, aus Liebe, die den kleinen Menschen dennoch nicht zufrieden macht  …

Warum eigentlich?
Da tun Eltern alles für ihr Kind. Bemühen sich, sind liebevoll und achtsam und vorsichtig und ständig darum bemüht, es dem kleinen Menschen recht zu machen … Und dann?
Kommt sie dennoch – täglich wieder – die Eskalation und mit ihr das Geschrei, die Wut, der Frust, die Verzweiflung, die Ratlosigkeit und die Gewissensbisse und mit all dem die Frage nach dem Warum, wo doch ALLES für den kleinen Menschen getan wird.

Habt ihr euch einmal gefragt, wo die Motivation hinter eurem beständigen Tun liegt? Was eure innere Haltung ist?
Was würdet ihr finden, wenn ihr einmal in euch gehen würdet?
Welche Antwort, könnt ihr euch geben, wenn ihr über eure Rolle in derartigen Situationen nachdenkt?
Und wie erlebt ihr die Situation, wenn ihr euch in den kleinen Menschen versetzt? Der da vor einem Erwachsenen steht, der zwar fortwährend bemüht ist und vorsichtig und liebevoll und bittend und Fragen stellend … der aber nicht greifbar ist?

Kleine Menschen, die ständig wütend werden oder zu weinen beginnen, die schreien und toben und ein Verhalten zeigen, dass nicht unbedingt auffällig ist, aber zur Herausforderung für die gesamte Familie wird, fordern uns heraus. Es sind nicht die kleinen Menschen, die hier noch mehr Aufmerksamkeit oder noch mehr Vorsicht brauchen. Es sind die großen Menschen, die hier endlich einmal einen Blick in ihr Inneres werfen dürfen.

Denn ganz oft steckt in dem ALLES was getan wird, der unbewusste Wunsch (des Erwachsenen) geliebt und gesehen zu werden. Oft, steckt in dem ALLES, die eigenen Bedürftigkeit, die Sehnsucht nach Geborgenheit und Harmonie und nicht selten Angst. Angst vor der eigenen Hilflosigkeit, wenn der kleine Mensch mal unzufrieden ist. Angst vor dem eigenen kleinen ICH, das sehnsüchtig darauf wartet endlich gesehen zu werden. Angst davor, etwas falsch zu machen.
Ganz oft steckt in dem ALLES der irre Versuch, den kleinen Menschen dauerhaft zufrieden zu machen um sich selbst ein wenig besser zu fühlen. Um das Gefühl zu haben, „es“ das Elternsein gut zu machen. Und weil sich aus irgendeinem Grund die Idee unter Eltern (und in unserer Gesellschaft) manifestiert hat, dass wir unser Elternsein nur dann gut machen, wenn die Kleinen immer glücklich und zufrieden sind.
Ganz oft, steckt in dem ALLES, in dem ständigen und beständigen Fragen und Bitten und um den kleinen Menschen „herumeiern“ die Hoffnung, sich das Begleiten dadurch ein wenig zu erleichtern und Wutanfälle, Traurigkeit und all die anderen Emotionen und Gefühlsausbrüche die Entwicklungsprozesse, wie auch das Erkennen und Verstehen von (natürlichen, wie individuellen) Grenzen mit sich bringen vielleicht gar zu umschiffen. Weil diese zu begleiten weitaus anstrengender ist, als fortwährend zu bedienen und zu hofieren.
Und weil diese zu begleiten, bedeuten würde Stellung zu beziehen als ER-WACHSENER, der sich selbst kennt und sich seiner bewusst ist. Stellung beziehen als derjenige, der wenn nötig Entscheidungen trifft und den Überblick behält, der zuversichtlich und mit der nötigen Portion Zurückhaltung gelassen und ruhig bleibt und dadurch Anker und Fels in der Brandung für den kleinen Menschen ist. Stellung beziehen als derjenige, der weiß wo es lang geht und der nicht ständig den kleinen Menschen befragen muss, oder betteln muss ….


Wenn ihr euch einen Augenblick Zeit nehmt, in euch geht … wie oft findet ihr in eurem ALLES, das ihr für den kleinen Menschen tut, eure eigene Unsicherheit und Angst wieder? Angst davor, den kleinen Menschen vielleicht zu enttäuschen oder ihn zu verletzten? Angst davor, dass er möglicherweise wütend werden könnte?
Wie oft beruht dieses ständige Fragen und Bitten und um den kleinen Menschen herumeiern auf der eigenen Unentschlossenheit und dem Unvermögen sich für einen Weg zu entscheiden?Fangt nicht bei den Kindern an, mit der Suche nach Gründen für ihre Abwehrhaltung, ihre Unentschlossenheit, ihr nicht hören oder auch ihr Toben, etc. ….
Fangt bei euch selbst an. Geht in euch. Sucht in euch nach Auslösern für diese Situationen.

Aus vielerlei Gründen fällt es Eltern heute schwer, in der Eltern-Kind-Beziehung die Rolle des ÄLTEREN einzunehmen. Desjenigen, der weiß wohin der Weg führt und sich um das Rundherum kümmert, während die kleinen Menschen sich um ihr Heranwachsen kümmern können. Aus vielerlei Gründen stolpern wir heute in unser eigenes Erwachsensein, ohne den Abnabelungsprozess zu den eigenen Eltern wirklich vollzogen zu haben, behalten emotionale Abhängigkeiten bei und haben große Angst davor, uns selbst in die Augen zu blicken. Uns unserer Größe bewusst zu sein und unserer Rolle als ELTERN einzunehmen.
Und in diesem Zustand kommen einem die zum Teil schon massiv verwässerten Ideen eines bedürfnisorientierten Umgangs natürlich gerade recht. Diese Idee von „immer lieb“ und „alles für den kleinen Menschen“.  Diese fehlinterpretierte Idee einer bedürfnis- und bindungsorientierten Begleitung, wo die Entscheidungen einfach dem kleinen Menschen übertragen werden und die so häufig im absoluten Chaos, in der Verzweiflung und in immer wiederkehrenden Eskalationen enden. Diese Überzeugung davon, dass der kleine Mensch doch selbst entscheiden soll, was er will und die ihn auf subtile Art und Weise zu einem kleinen Erwachsenen macht. In eine Rolle drängt, die er nicht tragen kann, dessen Verantwortung für ihn viel zu groß und schwer ist und die zwangsläufig in der Eskalation endet.
Weil „ALLES“ eben nicht genug ist … und schon gar nicht „ALLES“.
Und weil das WICHTIGSTE, die Haltung des Erwachsenen in seiner Rolle als Begleiter fehlt. Denn bedürfnisorientierte Begleitung bedeutet, im eigenen körperlichen und emotionalen ERWACHSEN SEIN, unter anderem das Bedürfnis des kleinen Menschen nach Orientierung zu sehen. Nach einem Erwachsenen, an der er sich halten, an den er sich anlehnen und dem er Vertrauen kann.

Wenn ihr euch also die Frage stellt, warum euer Sohn oder eure Tochter ein bestimmtes Verhalten zeigt, warum es immer und immer wieder die gleichen Situationen sind, die eskalieren, dann hört auf nach einem passenden, richtigen, … Konzept zu suchen. Hört auf Fragen zu stellen, hört auf die gesamte Verantwortung dem kleinen Menschen zu übertragen, sondern beginnt bei euch selbst ….
Verändert euren Blickwinkel, spielt die Situation nach, begebt euch auf die Suche nach Antworten in euch selbst ….

Es sind jene Themen, mit denen wir uns unter anderem in den SEMINAREN befassen und die wir im SPIELEN auflösen!